PLECOTUS AUSTRIACUS :
Graues Langohr

Mich hatten schon immer Fledermäuse fasziniert, die da sich im Dunkeln mit hoher Geschwindigkeit im Flug orientieren können (ich kann sie im Frühsommer vom Fenster aus in der Abenddämmerung in der Luft flitzen sehen) - mithilfe ihres Echoortungssystems und ihrer Rufe im Frequenzbereich zwischen 9.000Hz und 200.000Hz (Der erwachsene Mensch hört zwischen 16Hz und 18.000Hz im Idealfall, wenn er ein ausgesprochen gutes Gehör hat)!
» Quelle: Wikipedia

Bei mir liegt eine - seit Geburt - an Taubheit grenzende Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits (wobei links praktisch taub ist) vor. Genese unbekannt, vermutlich führte Sauerstoffmangel bei der Geburt* zum Absterben der Haarzellen in der Cochlea.
*Meine Geburt war nicht ohne Komplikation.

Eine gute Veranschaulichung 'meines Hörens' vor meiner CI-OP im November 2012 ist mein » Tortendiagramm.

Mein » Tonschwellenaudiogramm (Stand 09.2012, vor meiner CI-OP!) weist auf dem rechten Ohr einen Diagonalabfall oberhalb 250Hz bei 35dB auf 1.500Hz bei 110dB (darüber taub), auf dem linken Ohr Hörreste zwischen 250Hz bei 60dB und 1.000Hz bei 105dB (sonst taub) auf. Anmerkung: 30-45dB ist normaler Hintergrundschall im Haus, 65-85dB ist ein Pkw im Stadtverkehr, 90-105dB ein Presslufthammer, 105-130dB der Standlauf eines Düsenflugzeugs . » Quelle: Lexikon Schwerhörigenforum
Für die Musiker unter uns: ich kann - mit Hörgeräten - im Hochtonbereich am Klavier ab dem E'' (659,26Hz) Töne hören, fange jedoch hier an, in Halbton-Schritten nach oben die Töne immer weniger zu unterscheiden. Vom C''' (1.046,50Hz) bis zum Fis''' (1.479,98Hz) nehme ich gerade noch Töne wahr, wenn ich mit dem Ohr ganz dicht am Klavier-Korpus bin. Ab dem G''' höre ich nichts mehr - lediglich das mitunter dumpfe Klappern der Tasten (je nach Klavier oder Flügel mehr oder weniger ausgeprägt) kommt bei mir an. [Alle Daten mit Stand vor der CI-OP!]

Das Sprachverständlichkeitstest nach dem Freiburger Modell ergab bei mir einen Hörverlust bei Zahlen (HVZ) rechts bei 55dB, links bei 65dB (vor der CI-OP). Bei Einsilbern nach dem Freiburger Wörtertest liegt ein Diskriminationsverlust von 80% bei 105dBopt vor. Anmerkung: Der Diskriminationsverlust gibt an, mit wieviel Prozent die Verständlichkeit der Sprache gegeben ist (es wird meist das 'schlechter hörende' Ohr genommen). Dazu werden dem Probanden 20 einsilbige Worte vorgespielt, die er wiederholen muss. Die Anzahl der nicht verstandenen Worte bei optimalem Lautstärkepegel (dBopt) gibt den Diskriminationsverlust wieder. Versteht der Proband 20 Prozent, hat er also 80 Prozent Diskriminationsverlust.

Um auf die Nachtigall, die ich noch nie 'schlagen' gehört habe, zurück zu kommen: Die untere Hörgrenze bei Singvögel liegt bei 1.500Hz und die obere bei 29.000Hz. So betrachtet, sind sie also 'tiefton-schwerhörig'.
» Quelle: Wikipedia.
Mein Hörvermögen war mit Hörgeräten (binaural, vor der CI-OP) also auf das Gurr-Gurr der Tauben (speziell der Täuberichs) oder das tiefe Schnattern der Gänse, wenn sie im Abstand von 3-5m zu mir sind, beschränkt - um mal beim Beispiel Vogelwelt zu bleiben.